HBL
DAIKIN HBL stellt die meisten Viertelfinalteilnehmer in den europäischen Top-Wettbewerben

Foto: SG Flensburg-Handewitt
Fünf Vereine vertreten die DAIKIN Handball-Bundesliga in den Viertelfinals der EHF Champions League und der EHF European League – keine andere Liga stellt mehr Teilnehmer in den Runden der letzten Acht.
In der Champions League haben sich der SCM Magdeburg und die Füchse Berlin fürs Viertelfinale qualifiziert. In der European League standen Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel als Sieger ihrer Hauptrundengruppen bereits als Viertelfinalisten fest, im rein deutschen Play-off sicherte sich die MT Melsungen am Dienstag hauchdünn gegen den VfL Gummersbach das Ticket für die nächste Runde. Nach einer 26:29-Niederlage im Hinspiel in Gummersbach gewann die MT zuhause mit 29:25 – und steht nach 2015 und 2017 (damals noch im EHF-Pokal) zum dritten Mal in einem Europapokal-Viertelfinale.
Am Mittwoch zogen Magdeburg und Berlin in der Champions League nach: Der SCM hatte nach dem 30:26-Auswärtssieg bei Dinamo Bukarest im Hinspiel eine ebenso perfekte Ausgangslage wie die Füchse, die noch deutlicher (33:27) beim 2016-er Champions-League-Sieger Industria Kielce in Polen gewonnen hatten. Im Rückspiel wankten die Füchse dann aber kurzzeitig, als Kielce auf 35:31 davongezogen war – aber mit einem tollen Schlussspurt und zwölf Treffern von Welthandballer Mathias Gidsel reichte das 37:37 am Ende zum Weiterkommen. Der SCM hatte hingegen das Rückspiel in Dessau von Beginn unter Kontrolle und lag zur Pause bereits 21:10 vorne. Nach dem Seitenwechsel ließ es Magdeburg locker angehen und setzte sich auch im zweiten Spiel mit 35:29 gegen den rumänischen Titelträger durch.

Foto: Heilwagen
Auf den Meister und Vizemeister der vergangenen HBL-Saison warten im Viertelfinale allerdings andere Kaliber: Der SCM trifft auf den Gruppensieger Veszprem aus Ungarn, Berlin auf den letztjährigen Finalisten aus dem dänischen Aalborg, der 2024 im Halbfinale die Magdeburger besiegt hatte. Gespielt werden die Viertelfinals am 23./24. April (Hinspiele) sowie am 30. April/1. Mai (Rückspiele), das Finalturnier ist am 14./15. Juni in der LANXESS arena in Köln.
Auch in der European League kann es frühestens beim Finalturnier in der Barclays Arena Hamburg (24./25. Mai) zu einem HBL-internen Duell kommen, denn in den Viertelfinals gehen sich die deutschen Vertreter aus dem Weg: der THW Kiel hat mit dem französischen Europapokal-Debütanten Limoges Handball das von der Papierform leichteste Los, die SG Flensburg/Handewitt bekommt es mit dem dänischen Nachbarn GOG zu tun, von dem in den vergangenen Jahren unter anderem Simon Pytlick, Lukas Jörgensen und Emil Jakobsen zur SG gewechselt waren. Die MT Melsungen trifft auf den spanischen Vertreter Bidasoa Irun, Champions-Legaue-Sieger des Jahres 1995. Im vierten Viertelfinale spielen Montpellier Handball und der FC Porto einen Teilnehmer für Hamburg aus.
Keine andere Liga stellte bislang mehr und auch mehr unterschiedliche Teilnehmer bei den Finalturnieren der Champions League und der European League als die DAKIN Handball-Bundesliga. Konnte sich zum Beispiel aus Polen (Kielce), Ungarn (Veszprem), Nordmazedonien (Skopje) oder Dänemark (Aalborg) jeweils nur ein Klub seit der Einführung des Champions-League-Finalturniers im Jahr 2010 für Köln qualifizieren, gab es sechs deutsche Vertreter. Vier davon stehen sogar in der Siegerliste: der THW Kiel (2010, 2012, 2020), der HSV Hamburg (2013), die SG Flensburg-Handewitt (2014) und der SC Magdeburg (2023). Dazu kommen die Füchse Berlin und die Rhein-Neckar Löwen. Immerhin drei verschiedene Teilnehmer stellte Frankreich (Montpellier, PSG und Nantes), zwei kommen aus Spanien (Rekordsieger Barcelona sowie der mittlerweile insolvente Klub Ciudad Real/Atletico Madrid).
Bei den seit 2013 ausgespielten Finalturnieren in EHF-Pokal/European League sieht die deutsche Dominanz noch deutlicher aus: nur 2014 (Szeged aus Ungarn) und 2022 (Benfica Lissabon) kamen die Sieger nicht aus der HBL. Sieben verschiedene HBL-Klubs waren bislang am Start (Löwen, Göppingen, Berlin, Hamburg, Magdeburg, Kiel und Flensburg), mit Ausnahme des HSV trugen sich auch alle in die Siegerliste ein. Nimmt man alle elf Turniere zusammen, waren genau 50 Prozent der 44 Teilnehmer, genau 22, aus der Bundesliga. 2017, 2018 und 2024 war jeweils sogar ein Bundesliga-Trio am Start. Und das ist auch dieses Jahr möglich.
Nimmt man die European League und den Vorläuferwettbewerb EHF-Pokal kamen seit 2001 20 Sieger aus der HBL, alleine neunmal gab es rein deutsche Finals, wie auch im Vorjahr als Flensburg die Füchse besiegte. Rekordsieger des Wettbewerbs sind der THW Kiel, der SC Magdeburg und FRISCH AUF! Göppingen mit je vier Titeln – der THW könnte in diesem Jahr also alleiniger Rekordsieger werden.